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Kardinale Gräber : Alfons Maria Stickler ist tot (gestorben), Internet Grab Friedhof, Nachruf und Kondolenz, Trauer Todesanzeige
Geschrieben von Friedhof am 21.01.2008 00:12 (380 x gelesen)
Kardinale Gräber

Alfons Maria Kardinal Stickler SDB (* 23. August 1910 in Neunkirchen (Niederösterreich); † 12. Dezember 2007, Vatikanstadt) war ein Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.


Leben

Alfons Maria Stickler trat nach seiner Schulzeit in die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos ein und legte am 15. August 1928 das Ordensgelübde ab. Anschließend studierte er Katholische Theologie und Philosophie an verschiedenen Hochschulen in Deutschland, Österreich und Italien. Am 27. März 1937 empfing er in der Lateranbasilika in Rom die Priesterweihe. Anschließend studierte er kirchliches und weltliches Recht an der Päpstlichen Lateranuniversität. Danach lehrte er an der kirchenrechtlichen Fakultät der Universität der Salesianer in Turin, war von 1953 bis 1965 Dekan dieser Fakultät und schließlich Rektor der Hochschule.

Am Aschermittwoch 1971 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Präfekten der Vatikanischen Bibliothek. In dieser Funktion war Stickler Konsultor mehrerer vatikanischer Kongregationen. Am 9. September 1983 berief ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularerzbischof von Volsinium und zum Pro-Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche. Die Bischofsweihe spendete ihm am 1. November 1983 der Heilige Vater. Mitkonsekratoren waren Eduardo Kardinal Martínez Somalo und Rosalio José Kardinal Castillo Lara. Am 7. Juli 1984 übertrug ihm der Papst außerdem die Leitung des Vatikanischen Geheimarchivs. Am 25. Mai 1985 nahm er ihn als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie San Giorgio in Velabro in das Kardinalskollegium auf.

Während seiner Amtszeit setzte sich Stickler für die Erhaltung und Modernisierung der Vatikan-Bibliothek ein. Unter anderem wurde unter seiner Leitung ein atombombensicherer Bunker errichtet, in dem die wichtigsten Schätze der Bibliothek (unter anderem der Codex Vaticanus) untergebracht sind. Im Sommer 1988 trat Stickler aus Altersgründen von seinem Amt als Leiter der Vatikanbibliothek und des Geheimarchivs zurück.

Trotz seines fortgeschrittenen Alters reiste Kardinal Stickler, ein Freund und Förderer der Tridentinischen Liturgie, bis vor kurzem oftmals noch nach Deutschland und Österreich, wo er bei Festlichkeiten und Weihen Pontifikalämter im traditionellen römischen Ritus zelebrierte. Am 29. Januar 1996 wurde er unter Beibehaltung seiner Titeldiakonie zum Kardinalpriester pro hac vice ernannt. Kardinal Stickler lebte weiterhin in Rom und war seit dem Tod des niederländischen Kardinals Johannes Willebrands am 2. August 2006 der älteste lebende Kardinal der Welt.

Als vorläufige letzte Ruhestätte wurde die Calixtus-Katakombe gewählt.

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Kardinale Gräber : Rosalio José Kardinal Castillo Lara ist tot (gestorben), Internet Grab Friedhof, Nachruf und Kondolenz, Trauer Todesanzeige
Geschrieben von Friedhof am 02.11.2007 02:29 (375 x gelesen)
Kardinale Gräber

Rosalio José Kardinal Castillo Lara SDB (* 4. September 1922 in San Casimiro, Venezuela; † 16. Oktober 2007 in Caracas, Venezuela) war ein Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.

Rosalio José Castillo Lara entstammte einer katholischen Familie und trat nach seiner Schulzeit in die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos ein und studierte die Fächer Philosophie und Katholische Theologie. 1949 empfing er die Priesterweihe von seinem Onkel, Erzbischof Lucas Guillermo Castillo Hernández. Im folgenden Jahr arbeitete er in der Leitung des Lyzeums von Los Teques, ehe er zwecks weiterführender Studien nach Rom entsandt wurde, wo er 1953 im Fachbereich Kanonisches Recht promoviert wurde. Nach der Rückkehr in sein Heimatland wählte man ihn zum Präsidenten der Vereinigung der Katholischen Erzieher.

Von 1954 bis 1957 war er Professor für Kanonisches Recht an der Hochschule der Salesianer in Turin, von 1957 bis 1965 an der Päpstlichen Universität der Salesianer in Rom. 1962 führte ihn ein Arbeits- und Forschungsauftrag an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1971 wählte ihn das Generalkapitel der Salesianer zum Generalbevollmächtigten für die Jugendseelsorge.

1973 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularbischof von Praecausa und bestellt ihn zum Koadjutor-Bischof des Bistums Trujillo. Die Bischofsweihe am 24. Mai 1973 spendete ihm Erzbischof Lucas Guillermo Castillo Hernández.

1975 wurde er erneut nach Rom beordert, um als Sekretär der Päpstlichen Kommission für die Revision des Codex Iuris Canonici zu arbeiten. Rosalio José Castillo Lara wurde Mitglied der Päpstlichen Kommission für die Auslegung der Dekrete des Zweiten Vatikanischen Konzils.

1981 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Präsidenten der Disziplinarkommission der Römischen Kurie, ein Jahr darauf betraute er ihn mit leitenden Aufgaben in der Päpstlichen Kommission für die Revision des Codex Iuris Canonici und ernannte ihn zum Titularerzbischof. Als 1984 die Päpstliche Kommission für die authentische Auslegung des Codex Iuris Canonici eingerichtet wurde, bestimmte ihn der Papst zu deren erstem Präsidenten.

Rosalio José Castillo Lara gehörte seit dem 25. Mai 1985 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Nostra Signora di Coromoto in San Giovanni di Dio dem Kardinalskollegium an. Von 1989 bis 1995 oblag ihm die Verwaltungsleitung des päpstlichen Haushalts, von 1990 bis 1997 leitete er als Präsident die Päpstliche Kommission für den Staat der Vatikanstadt. Am Konklave 2005 durfte der Kardinal aus Altersgründen nicht teilnehmen. Er lebte bis zu seinem Tod in Caracas.

Gemeinsam mit der Bischofskonferenz Venezuelas sorgte Castillo Anfang 2006 für schwere diplomatische Verstimmungen mit der Staatsregierung, indem er eine Verfolgung Andersdenkender beklagte. Bei einer Wallfahrt kritisierte der Kardinal den Führungsstil des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, sprach von Anzeichen einer Diktatur und einer inakzeptablen Situation der Menschenrechte. Chávez sprach daraufhin von einer Mitverschwörung der Kirche und forderte eine Entschuldigung.

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Kardinale Gräber : Jean-Marie Lustiger ist tot (gestorben), Internet Grab, Nachruf und Kondolenz
Geschrieben von Friedhof am 27.08.2007 00:38 (355 x gelesen)
Kardinale Gräber

Jean-Marie Kardinal Lustiger, Geburtsname Aaron Lustiger, [ˈʒɑ̃ maʀi lystiˈʒe] (* 17. September 1926 in Paris; † 5. August 2007 ebenda) war römisch-katholischer Erzbischof von Paris.


Lustiger war Kind polnischer Juden, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach Frankreich emigrierten. Während der Nazi-Besatzung wurden seine Eltern deportiert, seine Mutter wurde 1943 im Konzentrationslager Auschwitz umgebracht. Lustiger überlebte, da er von einer Familie in Orléans aufgenommen wurde. Hier konvertierte er zum Katholizismus und wurde am 25. August 1940 in der Kapelle der Bischofsresidenz getauft, wo er zwanzig Jahre später Pfarrer wurde. Er war der Cousin des Schriftstellers und Philosophen Arno Lustiger.

Er studierte am Lycée Montaigne in Paris, dann in Orléans und später an der Sorbonne. In seinen Studienjahren war er aktiv in der christlichen Studentengemeinde. Nachdem er ein Jahr als Mechaniker in Decazeville im Aveyron in Südwestfrankreich gearbeitet hatte, trat er in das Karmelitenseminar in Paris ein. Er beendete sein Theologiestudium am Katholischen Institut Paris und erwarb das Lizenziat in Exegese und Philosophie an der Sorbonne. Am 17. April 1954 wurde er zum Priester geweiht. Nach seiner Priesterweihe war er 15 Jahre lang Universitätsseelsorger an der Sorbonne und den großen französischen Eliteschulen. Als Studentenkaplan arbeitete er am Richelieu-Zentrum in der spirituellen Erneuerung. Als Reiseführer begleitete er viele Reisen nach Rom, Chartres und in das heilige Land.

1969 wurde er Pfarrer der Gemeinde von St. Jeanne de Chantal in Paris, wo er mit seiner Dynamik und seiner pastoralen Initiative von jungen und alten Menschen geschätzt wurde. Seine Predigten waren bekannt und wurden teilweise in Buchform herausgegeben.

Am 10. November 1979 ernannte Papst Johannes Paul II. Lustiger zum Bischof von Orléans. Die Bischofsweihe erfolgte am 18. Dezember 1979 durch François Kardinal Marty in Gegenwart des Apostolischen Nuntius Angelo Felici und von 17 Bischöfen.

Am 2. Februar 1981 trat er die Nachfolge von Kardinal Marty als Erzbischof von Paris an. Seither war er einer der Wortführer des französischen Katholizismus. So organisierte er Protestkundgebungen gegen die vom sozialistischen Bildungsminister Alain Savary geplante Schulreform, die die Existenz der (in der Regel katholischen) Privatschulen gefährdete. Er engagierte sich für die Aussöhnung zwischen Juden und Christen und wandte sich zusammen mit Kardinalskollegen wie Albert Decourtray energisch gegen den Versuch, auf dem Gelände des Konzentrationslagers Auschwitz ein Karmeliterinnenkloster zu errichten.

Die Aufnahme in das Kardinalskollegium als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi Marcellino e Pietro erfolgte während des Konsistoriums am 2. Februar 1983 durch Papst Johannes Paul II. 1994 wurde ihm die Titelkirche San Luigi dei Francesi übertragen, die dem Heiligen Ludwig von Frankreich geweiht ist. Als ein steter Verfechter der Menschenrechte sagte Lustiger anlässlich seiner Ernennung zum Kardinal, dass er diese Würde mehr als Verantwortung denn als Ehre sehe, da sie noch mehr „das Tragen der Bürde der Gesamtkirche“ bedeute.

1995 wurde Kardinal Lustiger als Nachfolger von Albert Decourtray auf Fauteuil 4 der Académie Française gewählt.

Am 11. Februar 2005 legte Jean-Marie Lustiger aus Alters- und Krankheitsgründen die Leitung der Erzdiözese Paris nieder. Zu seinem Nachfolger ernannte Papst Johannes Paul II. den bisherigen Erzbischof von Tours André Armand Vingt-Trois.

Lustiger nahm am Konklave 2005 teil, das Benedikt XVI. zum Papst wählte.

Kardinal Lustiger ist am 5. August 2007 nach langer, schwerer Krebs-Krankheit in einem Pariser Krankenhaus verstorben. Die Exequien wurden am 10. August in der Kathedrale Notre Dame de Paris zelebriert.

Den Text seiner Gedenktafel in der Kathedrale Notre-Dame in Paris hat er selbst verfasst:

Ich bin als Jude geboren. Ich trage den Namen meines Großvaters väterlicherseits, Aron. Christ geworden durch den Glauben und die Taufe, bin ich doch Jude geblieben, wie es auch die Apostel geblieben sind. Meine heiligen Patrone sind der Hohepriester Aron, der heilige Apostel Johannes, die heilige Maria voll der Gnade. Von Papst Johannes Paul II. zum 139. Erzbischof von Paris ernannt, wurde ich am 27. Februar 1981 in dieser Kathedrale inthronisiert und habe meinen gesamten priesterlichen Dienst hier verrichtet. Wer hier vorbeigeht, möge für mich beten. - Aron Jean-Marie Kardinal Lustiger, Erzbischof von Paris.


Ämter bei der römischen Kurie

Staatssekretär (zweite Abteilung)
Kongregation für die orientalischen Kirchen
Kongregation für die Bischöfe
Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und für die Gemeinschaften des apostolischen Lebens
President Delegate to the 1st Special Assembly for Europe of the Synod of Bishops (1991).


Literatur

Arno Lustiger: Mein Cousin, der Kardinal in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 182 vom 8. August 2007
Literatur von und über Jean-Marie Lustiger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

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