
Harald Deilmann (* 30. August 1920 in Gladbeck; † 1. Januar 2008 in Münster (Westfalen)) war ein deutscher Architekt und Autor. Er war Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, und Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, Hannover.
1938 machte Harald Deilmann sein Abitur in Münster und wurde zum Kriegsdienst einberufen. Die anschließende Kriegsgefangenschaft nutzte er zum Studium im US-amerikanischen Lager Camp Concordia in Kansas (1943–1944) und im Camp Trinidad in Colorado (1944–1945). Nach Rückkehr nach Deutschland studierte er von 1946 bis 1948 Architektur an der TH Stuttgart und machte im Juni 1948 sein Diplom bei Professor Rolf Gutbrod. Nach mehreren Beteiligungen an diversen Sozietäten, unter anderem in Entwurfs-, Ausführungs- und Bauleitungspraxis in Münster (1948–1949), als Wissenschaftlicher Assistent bei Professor Günter Wilhelm an der TH Stuttgart (1949–1951) und mit Professor Heinrich Bartmann im Büro Bartmann & Deilmann (1951–1953), sowie der Sozietät mit Max C. von Hausen, Ortwin Rave und Werner Ruhnau (1953–1955) eröffnete Harald Deilmann 1955 ein eigenes Büro für Architektur und Städtebau in Münster in Westfalen, später auch mit Niederlassungen in Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund und Potsdam.
1963 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Gebäudelehre und Entwerfen an der TH Stuttgart. Von 1964 bis 1969 war er Gründungsdirektor des Instituts für Gebäudekunde der Universität Stuttgart. Zudem war er 1966 Leiter der Architekturabteilung der Universität Stuttgart. 1968 wechselte er auf den Lehrstuhl für Gebäudekunde und Entwerfen der TU Hannover. 1969 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Bauplanung, Abteilung Raumplanung, an der Universität Dortmund. Er war dort Mitbegründer der Abteilung Raumplanung und 1972 Gründungsbeauftragter für die neue Abteilung Bauwesen der Universität Dortmund. 1974 wurde er auf den Lehrstuhl für Bauplanung und Städtebau, Abteilung Bauwesen, der Universität Dortmund berufen und war 1975 deren Dekan. 1985 wurde er emeritiert.
Ab 1985 verstärkte er die freiberuflichen Aktivitäten und war bis zu seinem Tode tätig.
In mehr als 45 Jahren freiberuflicher Tätigkeit als Architekt und Stadtplaner war Deilmann Teilnehmer an über 700 Wettbewerbsprojekten, circa 1000 Bauobjekten, Planungen und Bauten in allen Bereichen der Umweltgestaltung; zahlreiche städtebauliche Gutachten, die Mitwirkung in Preisgerichten und eine umfangreiche literarische Tätigkeit kamen hinzu. Etwa 150 Auszeichnungen in zum Teil internationalen Architekten-Wettbewerben, darunter 70 erste Preise, konnte er verbuchen.
Ehrungen und Auszeichnungen
1962 Großer Preis für Baukunst des Landes Nordrhein-Westfalen
1967 bis 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (West), Sektion Baukunst; ab 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Baukunst.
1968 Aufnahme in die Akademie für Städtebau und Landesplanung NRW, Hannover
1972 Großes Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1992 Paulus-Plakette, Stadt Münster
1998 Ritterkreuz der weißen Rose, Helsinki
Mehrfache Auszeichnung mit BDA-Preisen
Projekte seiner Büros
Theater:
1952–1955: Stadttheater Münster
1959–1988: Aalto-Theater, Essen (nach Alvar Aalto)
Theater in Tokyo
Rathäuser:
1957: Rathaus Nordwalde
1971–1974: Rathaus Rheda-Wiedenbrück
Rathaus Gronau, Münster
Schulen/Universitäten
Schülerinternat Münster
Universität Bielefeld (Wettbewerb)
Martin-Luther-Schule Bielefeld
Realschule Lemgo
Metallberufsschule
John F. Kennedy School, Berlin
Museen
Clemens-Sels-Museum Neuss
Banken:
WestLB Dortmund
Städtebau:
Stadtkern Werne
Allwetterzoo Münster
Wohnungsbau:
Wohnbebauung
Dozentenwohnhaus – Appartmenthaus v. Kleinsorgen
Bürogebäude:
Kreishaus Münster
Verwaltung Nordwest Lotto Münster
Hauptverwaltung LVA Rheinprovinz Düsseldorf
Hauptverwaltung WestLB Münster, Düsseldorf und Dortmund
Verwaltungsgebäude Wohnbauförderungsanstalt Düsseldorf
Verwaltung Volkswohl-Bund in Dortmund
Kliniken:
Aggertalklinik Engelskirchen
Städt. Krankenhaus Siegburg
Fachklinikum Bad Salzuflen, Ahlbeck Reingau
St.-Barbara-Krankenhaus Gladbeck
Sonstiges:
1979–1981: Rheinturm Düsseldorf
Werke
Von Harald Deilmann geschriebene Bücher:
"Gebäude für die öffentliche Verwaltung" Verlagsanstalt Alexander Koch;
"Wohnort Stadt | Living in cities" Karl Krämer Verlag;
u.s.w.
Außerdem verfasste Deilmann zahlreiche Artikel in diversen Fachzeitschriften, unter anderem in:
aw – Architektur + Wettbewerbe
DBZ
Der Architekt
db
A+U
Bauen und Wohnen, 12/1975
Literatur
Über Deilmann erschienen:
"Architekten, Harald Deilmann" IRB Verlag
"Harald Deilmann – architect" F. Z. L. De Malave, Vance Bibliographies
Schiemann, Wolfgang, WESTFÄLISCHE NACHRICHTEN VOM 03.01.2008, Lokales: "Harald Deilmann: der Mann, der Münster veränderte"
erfasst von Martin Brotzler
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