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Schriftsteller Gräber - Schriftstellerinnen Gräber : Wolfgang Bächler ist Tod (gestorben), Nachruf und Kondolenz
Geschrieben von Friedhof am 04.06.2007 07:54 (8501 x gelesen) Artikel vom selben Autor
Schriftsteller Gräber - Schriftstellerinnen Gräber

Wolfgang Bächler (Pseudonym: Wolfgang Born; * 22. März 1925 in Augsburg; † 24. Mai 2007 in München) war ein bedeutender deutscher Lyriker und Prosaist in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Wolfgang Bächler war der Sohn eines Landgerichtspräsidenten. Er besuchte die Volksschule in Bamberg und das Gymnasium in München und Memmingen. 1943 legte er sein Abitur ab, anschließend wurde er zum Arbeitsdienst, später als Soldat zur Wehrmacht eingezogen. 1944 erlitt er eine schwere Verwundung in den französischen Alpen. Er geriet in Kriegsgefangenschaft, aus der er befreit wurde. Nach Lazarettaufenthalten in Süddeutschland schloss sich eine erneute Kriegsgefangenschaft an, der er sich durch Flucht entzog.

Von 1945 bis 1948 studierte Bächler Germanistik, Romanistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft an der Universität München. 1947 nahm er als jüngstes Mitglied an der ersten Tagung der Gruppe 47 teil. In den folgenden Jahren war er vor allem journalistisch tätig. 1956 heiratete er die Französin Danielle Ogier. Mit ihr lebte er von 1956 bis 1966 in Frankreich, anfangs in Paris, später im Elsass. 1967 kehrte er nach München zurück, wo er wiederum als Journalist arbeitete. Daneben trat er gelegentlich in kleinen Filmrollen bei Regisseuren wie Volker Schlöndorff und Werner Herzog auf, u. a. in Schlöndorffs Die Blechtrommel.

Bächler war in den Fünfzigerjahren ein von Schriftstellerkollegen wie Benn und Krolow hochgeschätzter Autor; seine Lyrik und Kurzprosa ist in ihrer Behandlung existenzieller Themen mit den Werken Wolfgang Borcherts verglichen worden. Ein ausgeprägtes depressives Leiden führte zu großen Schaffenspausen in Bächlers Leben, bildete allerdings auch den Auslöser für seine berühmten "Traumprotokolle".

Wolfgang Bächler, der Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland und des Verbandes Deutscher Schriftsteller war, erhielt 1975 den Tukanpreis der Stadt München, 1979 den Schwabinger Kunstpreis für Literatur und 1984 die Ehrengabe des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie.

Wolfgang Bächler ist am 24. Mai 2007 in München gestorben.


Werke

Der Abend im Frack

Der Nebel 1925

Die Zisterne, Esslingen 1950
Der nächtliche Gast, Frankfurt am Main 1953
Lichtwechsel, Esslingen
1 (1955)
2 (1960)
Türklingel, München [u.a.] 1962
Türen aus Rauch, Frankfurt am Main 1963
Traumprotokolle, München 1972
Ausbrechen, Frankfurt am Main 1976
Stadtbesetzung, Frankfurt am Main 1979
Die Erde bebt noch, Esslingen 1982
Nachtleben, Frankfurt am Main 1982
Im Zwischenreich, München 1985
Ich ging deiner Lichtspur nach, Frankfurt am Main 1988
Im Schlaf, Frankfurt am Main 1988
Einer, der auszog, sich köpfen zu lassen, Frankfurt am Main 1990
Wo die Wellenschrift endet, Denklingen 2000


Übersetzungen

Adriaan Morriën: Ein unordentlicher Mensch, München 1955 (übersetzt zusammen mit Georg Goyert und Heinrich Böll)


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