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Prominente Gräber : Wladimir Alexandrowitsch Krjutschkow ist tot (gestorben), Internet Grab Friedhof, Nachruf und Kondolenz, Trauer Todesanzeige
Geschrieben von Friedhof am 02.12.2007 01:17 (378 x gelesen) Artikel vom selben Autor
Prominente Gräber

Wladimir Alexandrowitsch Krjutschkow (russ. Владимир Александрович Крючков, wiss. Transliteration Vladimir Aleksandrovič Krjučkov; * 29. Februar 1924 in Zarizyn; † 25. November 2007 in Moskau) war vom 1. Oktober 1988 bis zum 22. August 1991 Vorsitzender des sowjetischen Geheimdienstes KGB.

Krjutschkow wuchs als Sohn eines Arbeiters in Stalingrad (bis 1925 Zarizyn, heute Wolgograd) auf. Während des Großen Vaterländischen Krieges, wie der Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 in Russland genannt wird, trat er dem Komsomol, der Jugendorganisation der KPdSU, bei. 1944 wurde er Erster Sekretär des Kreiskomitees des Komsomol und wechselte 1946 vom Posten des Zweiten Sekretärs in die Stadtverwaltung von Stalingrad, in der er bis 1954 arbeitete.

Krjutschkow studierte bis 1949 Rechtswissenschaften und war kurzzeitig bei der Staatsanwaltschaft tätig. Nach einem Studium an der Diplomatenhochschule des Außenministeriums wechselte er 1954 in den diplomatischen Dienst.

Als Dritter Sekretär der Botschaft in Ungarn traf Krjutschkow mit Juri Andropow, dem sowjetischen Botschafter in Ungarn, zusammen. Während seiner weiteren Karriere innerhalb der Nomenklatura war er ein Gefolgsmann Andropows. 1956 beteiligte er sich aktiv an der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes.

Nachdem Andropow 1957 Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU für die Beziehungen zu den kommunistischen Parteien und Arbeiterparteien Osteuropas wurde, machte er Krjutschkow 1959 zum Leiter der Sektion Ungarn. Zu dieser Zeit beteiligte sich Krjutschkow auch an mehreren Büchern über Ungarn und das sozialistische System.


Beim KGB

Als Andropow 1967 Vorsitzender des KGB wurde, wechselte Krjutschkow ebenfalls dorthin. Er wurde zunächst Leiter des Sekretariats der I. Hauptverwaltung (Auslandsaufklärung), später stellvertretender Leiter und schließlich von 1974 bis 1988 Vorsitzender der I. Hauptverwaltung. Ab 1978 war er Stellvertretender KGB-Vorsitzender. 1982 wurde er Generaloberst des KGB und 1984 Abgeordneter der Nationalitätenkammer des Obersten Sowjets. 1986 wurde er Vollmitglied des Zentralkomitees der KPdSU und am 1. Oktober 1988 dann zum Vorsitzenden des KGB und zugleich zum Armeegeneral ernannt. Ab 1989 war er Vollmitglied des Politbüros der KPdSU.

Ab 1989/90 vertrat er zunehmend eine konservative politische Haltung bei dem Reformprozess in der Sowjetunion. Er war deshalb (zusammen mit Vizepräsident Janajew, Verteidigungsminister Jasow, Innenminister Pugo, Ministerpräsident Pawlow, Politbüromitglied Schenin, den ZK-Sekretären Boldin, Baklanow und Lukjanow) vom 19. bis 22. August 1991 Mitinitiator des erfolglosen Putsches gegen Gorbatschow. Krjutschkow wurde daraufhin als KGB-Vorsitzender ersetzt durch Leonid Schebarschin und danach durch Wadim Viktorowitsch Bakatin. Krjutschkow wurde wegen seiner Beteiligung am Putsch zu einer Haftstrafe verurteilt, wurde aber später amnestiert.

Während der Präsidentschaft Wladimir Putins war Krjutschkow ein häufiger Gast des Präsidenten; er lobte Putins Politik und ermahnte zuletzt Ende Oktober 2007 die russischen Sicherheitsdienste, gemeinsam den Präsidenten zu unterstützen.


Literatur

Michail Gorbatschow: Erinnerungen; 1995, Siedler-Verlag, ISBN 3886805247
Der Spiegel: 1991, Heft 41, S. 202ff: Auszug aus dem Verhörprotokoll nach dem Putschversuch

erfasst von Martin Brotzler

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