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Geschrieben von Friedhof am 02.11.2007 02:00 (997 x gelesen) Artikel vom selben Autor
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Roy Alan Rosenzweig (* 6. August 1950 in New York; † 11. Oktober 2007 in Arlington County) war ein US-Historiker und gilt als einer der Pioniere der „Digital History“. Von 1994 bis zu seinem Tod leitete er das von ihm gegründete Center for History and New Media an der George Mason University.

Rosenzweig studierte Geschichte an der New Yorker Columbia University und schloss seinen Bachelor of Arts 1971 mit der Note „magna cum laude“ ab. Daraufhin erhielt er ein Stipendium und ging nach England an die Universität Cambridge, wo er von 1971 bis 1973 am St John’s College studierte. Anschließend kehrte er in die U.S.A. zurück und wurde im Jahr 1978 an der Harvard University im Fach Geschichte promoviert. Von 1978 lehrte er als Assistant Professor of History and Humanities am Worcester Polytechnic Institute und ging von 1980 bis 1981 als Mellon Post-Doctoral Fellow an die Wesleyan University. Von 1981 an lehrte er an der Washingtoner George Mason University, seit 1992 als ordentlicher Professor.

Im Jahr 1994 gründete Rosenzweig an der George Mason University das Center for History and New Media (Zentrum für Geschichte und Neue Medien). Als dessen Direktor initiierte er eine Reihe von Online-Geschichtsprojekten, die hauptsächlich auf High-School- und Collegestudenten ausgerichtet sind, und Websites über US-Geschichte, die französische Revolution und die Geschichte der Wissenschaft und Technik. Sein wichtigstes Projekt war ein digitales Archiv zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Die Sammlung enthält 150.000 Dateien, E-Mails, digitale Voice-Mails, Black-Berry-Kommunikation und Videoclips. In einem Aufsatz plädierte er für die Archivierung digitaler Daten als Quelle zukünftiger Geschichtsforschung.

Rosenzweigs Bücher, darunter eine Abhandlung über New Yorks Central Park und den Kampf der Arbeiterbewegung für kürzere Arbeitszeiten, unterstreichen sein Interesse an den "Perspektiven von gewöhnlichen Männern und Frauen".

Im Juni 2006 veröffentlichte er im Journal of American History einen Artikel über Wikipedia mit dem Titel „Can History be Open Source? Wikipedia and the Future of the Past“. Dieser Text kann als wichtigste fachwissenschaftliche Stellungnahme zu dem Projekt gelten.

Rosenzweig galt als einer der wichtigsten Befürworter von Open Access in der Geschichtswissenschaft. Er starb im Alter von 57 Jahren an Lungenkrebs.



erfasst von Martin Brotzler

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