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Sportler Gräber - Sportlerinnen Gräber : Heinz Schneider ist tot (gestorben), Internet Grab, Nachruf und Kondolenz
Geschrieben von Friedhof am 26.08.2007 23:01 (4968 x gelesen) Artikel vom selben Autor
Sportler Gräber - Sportlerinnen Gräber

Heinz Schneider (* 12. Oktober 1932 in Mühlhausen, Provinz Sachsen; † 20. August 2007 ebenda (heute: Mühlhausen/Thüringen)) war einer der erfolgreichsten deutschen Tischtennisspieler.

Zwischen 1950 und 1961 gewann Schneider sechs Mal die DDR-Meisterschaft im Einzel und sechs Mal im Doppel. Auch international war er aktiv, so nahm er an acht Weltmeisterschaften teil. Sein größter Erfolg war 1957 der 3. Platz im Einzel. Damit gewann er als erster Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg eine Medaille. Auch der 4. Platz mit dem DDR-Team 1961 – noch vor der Bundesrepublik – bedeutete einen Triumph.


Heinz Schneiders Karriere begann Anfang 1948. Damals reiste er zu den deutschen Jugend-Meisterschaften nach Lauterbach (Hessen) – mit Schwierigkeiten, denn an der Zonengrenze stellte er fest, dass ihm der Interzonenpass fehlte. Man ließ ihn trotzdem weiterreisen. Leider schied er in Lauterbach früh aus.

Im November 1950 nahm Schneider in Leipzig am ersten Wettkampf zwischen der Bundesrepublik und der DDR teil. Er verlor gegen Jupp Schlaf, gewann aber gegen Heinz Raack und Rudi Piffl. Die Bundesrepublik siegte mit 6:3.

1954 fand in Bayreuth ein Wettkampf zwischen Bayern und Thüringen um den Deutschland-Pokal statt. Dabei gewann Schneider gegen Conny Freundorfer.

Von da an folgten die Teilnahmen an den nationalen Meisterschaften und den Weltmeisterschaften und schließlich 1957 die Bronzemedaille bei der Tischtennis–Weltmeisterschaft in Stockholm. Hier besiegte er nacheinander Saul (Frankreich), Roslan (Polen), Sedlmeier (Österreich), Reiter (Rumänien) und Miyata (Japan). Danach unterlag er dem späteren Weltmeister Toshiaki Tanaka (Japan).

1961 verabschiedete Schneider sich von internationalen Sport. Bei der Weltmeisterschaft in Peking gewann er gegen Conny Freundorfer, Wolfgang Prandke und Martin Ness.

Schneider spielte von 1946 bis 1955 bei Blau Weiß Mühlhausen (der Verein wurde später in „Post Mühlhausen“ umbenannt). Danach wechselte er – nicht ganz freiwillig – für 2 Jahre zum Verein SC Motor Berlin, wonach er 1957 wieder zu Post Mühlhausen zurückkehrte. Hier spielte er noch lange in der Mannschaft und belegte zum Beispiel 1970 in der 2. Liga den 2. Tabellenplatz.

1989 geriet Schneider noch einmal ins Rampenlicht. Der DTTB hatte ihn zusammen mit Gaby Orgis-Geißler zu den Weltmeisterschaften nach Dortmund eingeladen. Der DTSB der DDR verweigerte zunächst die Ausreise. Daraufhin beschwerte sich Schneider per Brief bei Egon Krenz, der damals im SED-Politbüro für den Sport zuständig war. Auf westlicher Seite setzte sich Wolfgang Mischnick (Fraktionsvorsitzender der FDP) für die Ausreise ein. Mit Erfolg, Schneider und Orgis-Geißler durften nach Dortmund reisen. Von 1991 bis 1993 arbeitete Schneider im Vorstand des DTTB als Vertreter der neuen Bundesländer.

Schneider war verheiratet. Seine Frau Brigitte spielt auch Tischtennis und ist dabei regional recht erfolgreich. Im Juli 2004 nahm sie an der Europameisterschaft der Senioren in Courmayeur (Italien) teil. Im Doppel belegte sie mit Margarete Köngeter (TV Reichenbach) den ersten Platz.

Schneider starb nach langer schwerer Krankheit am 20. August 2007 im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Mühlhausen.


Ehrungen

1955 verlieh Jupp Schlaf inoffiziell Heinz Schneider (und Astrid Horn) die goldene Ehrennadel des Deutschen Tisch-Tennis-Bundes. Am 12. Oktober 2002 wurde Schneider die Ehrenbürgerwürde der Stadt Mühlhausen verliehen. Ferner erhielt er den Georg von Opel-Preis.


Erfolge

Weltmeisterschaften
1951 in Wien: Viertelfinale im Mixed, Mitglied des deutschen Teams (10. Platz)
1952 in Bombay: Viertelfinale im Doppel, Mitglied des deutschen Teams (9. Platz)
1953 in Bukarest: Mitglied des deutschen Teams (7. Platz)
1954 in Wimbley: Mitglied des deutschen Teams (10. Platz)
1955 in Utrecht: Mitglied des deutschen Teams (9. Platz)
1957 in Stockholm: 3.Platz Einzel, Mitglied des deutschen Teams (9. Platz)
1959 in Dortmund: Mitglied des DDR-Teams (17. Platz)
1961 in Peking: Mitglied des DDR-Teams (4. Platz)
Europameisterschaften
1958 in Budapest: Mitglied des DDR-Teams (11. Platz)
1960 in Zagreb: Viertelfinale im Doppel, Mitglied des DDR-Teams (7. Platz)
Internationale Meisterschaften
1956 Schweiz: 2. Platz Doppel
1958 Frankreich: 2. Platz Doppel
1960 Österreich: Halbfinale Einzel
1961 Polen: 2. Platz Mixed
Nationale deutsche Meisterschaften
1952 in Berlin – 1. Platz Einzel, 1. Platz Doppel mit Rudi Piffl, 1. Platz Mixed mit Astrid Horn
1953 in Herford – 3. Platz Einzel
1954 in Berlin-Ost – 3. Platz Doppel mit Rudi Piffl, 3. Platz Mixed mit Hannelore Imlau
DDR-Meisterschaften
1950 in Weimar – 1. Platz Einzel, 1. Platz Doppel mit O. Freytag, 1. Platz Mixed mit H. Hanft
1951 in Magdeburg – 1. Platz Einzel, 1. Platz Doppel mit O. Freytag, 1. Platz Mixed mit Astrid Horn
1952 in Chemnitz – 2. Platz Einzel, 1. Platz Doppel mit O. Freytag, 2. Platz Mixed mit Astrid Horn
1954 in Leipzig – 1. Platz Einzel
1955 in Thale – 2. Platz Einzel
1956 in Dessau – 2. Platz Einzel
1957 in Zwickau – 2. Platz Doppel mit Lothar Pleuse, 2. Platz Mixed mit M. Wiskandt
1958 in Leuna – 1. Platz Einzel, 1. Platz Doppel mit Lothar Pleuse, 1. Platz Mixed mit R. Wiskandt
1959 in Magdeburg – 1. Platz Einzel
1960 in Gera – 1. Platz Doppel mit Lothar Pleuse, 1. Platz Mixed mit C. Bannach
1961 in Schwerin – 1. Platz Einzel, 1. Doppel mit Lothar Pleuse
1962 in Karl-Marx-Stadt – 2. Platz Doppel mit Lothar Pleuse
DDR-Mannschaftsmeisterschaft
1956 1. Platz mit SC Motor Berlin
1957 1. Platz mit SC Motor Berlin
Nationale deutsche Seniorenmeisterschaften
1982 in Schwalmstadt Altersklasse – 2. Platz Doppel mit E. von Löwenstein
1984 in Bad Schwartau Ü50 – 1. Platz Doppel mit J. Mülleneisen
Verschiedene Ranglisten
1957 – 14. Platz in der Weltrangliste ITTF
1957 – 7. Platz in der europäischen Rangliste ETTU


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