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| Autor | Diskussion | Bewertung: 2 Stimmen |
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Re: Weihnachtssprüche, Gedichte, Verse, Gedanken - zu Weihnachten, Nikolaus, Adventszeit | #12 |
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Guest_Besucher
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Weihnachtsgesang
Der Herr des Himmels sprach vom Sternenthrone: "Erfüllt sei nun der Rat der Ewigkeit; Auf Erden soll sich in dem Himmelssohne Die höchste Huld enthüllen in der Zeit." Da naht der Lenz: "O wolle mir vertrauen, Wann er das Licht erblickt, das Gotteskind; Ich will es legen auf die blum’gen Auen Und fächeln mit den Lüften süß und lind." "Die weichen Blumen sollen sich verschlingen Zur Wiege ihm von fürstlich lichter Pracht; In Schlummer soll der Vögel Lied ihn singen, Der bald als schönster Frühling uns erwacht." "Auf Erden sei der Heiland froh empfangen" - Beginnt darauf der Sommer voller Glut - "Wenn in dem dunklen Grün die Rosen prangen, So weiß wie Lilien und so rot wie Blut. Die schönsten Rosenblüten will ich pflücken, Und winden ihm der Freude duft’gen Kranz; Dem Friedensfürsten sollen hold sie schmücken Das heil’ge Haupt als würd’ger Herrscherkranz." "Wenn reich des Himmels Segen dort auf Erden - So rief der Herbst - "in Früchten sich erfüllt, Mag wohl der Gottessohn geboren werden, Der aller Sehnsucht Frucht der Welt enthüllt." "Ich biete ihm das reine Gold der Ähren, Kredenze ihm der Trauben Purpurmost; Denn dankbar freudig soll die Erde nähren Den Himmelsgast mit ihrer besten Kost." Noch spricht der Herr kein Wort, er scheint zu sehen, Ob nicht der Winter auch zu hören sei; Der aber bleibt, wie stumm, zur Seite stehen; Da winkt der Herr den Zögernden herbei. "Was schweigst du, Winter? Bist du im Gemüte So kalt und frostig wie dein Schneegewand, Dass dich der fromme Eifer nicht entglühte, Den deiner Brüder warmes Herz empfand?" "Wenn jemals, muss ich jetzt es, Gott, beklagen, Dass ich der Winter bin, so rau und wild! Wie könnte ich den Streit mit jenen wagen? Nicht Frucht, noch Blumen trägt ja mein Gefild." "Wie könnte ich den Ehren Kranz verlangen? Er welket mit in meiner kalten Hand!" "Und dennoch wird des Himmels Sohn empfangen Zur Winterzeit, wenn Lust und Leben schwand." "An meiner Brust wird er im Froste liegen, Mein eis’ger Atem mehren seine Not!" "Ihn lehrt dies Leid einst größer Leid besiegen, Der Menschen Undank, bittren Schmerz und Tod." "Ich kann ihn nicht in sanfter Wiege pflegen, Nur betten auf die Fluren öd und kahl!" "Auf Stein muss einst das Haupt zum Schlaf er legen. Auf hartes Holt zur letzten Todesqual." "Wohl keine Rosen wird er bei mir finden, Nur scharfe Dornen an dem dürren Strauch." "Aus Dornen soll er sich die Krone winden, Die ihn erhebt nach königlichem Brauch." "Und keine süßen Früchte kann ich geben, Mir reift kein Korn, mir quillt kein süßer Wein." "Der Qual des Hungers wird er widerstreben, Mit Essig stillen seines Durstes Pein." "Wenn streng du waltest, wird das Heil geboren, O Winter, in gebenedeiter Nacht; Und wurdest du zur Ehrenzeit erkoren, Verdunkelst du, was stolz die Brüder macht." "Ein Frühling wird in deinem Frost erblühen, Dem seine Blumen nie der Sturm verweht, Von ihren Blüten wird der Himmel glühen, Wenn selber seiner Sterne Glanz verweht." "Und eine Rose wird dem Schnee erstrahlen, Wie keine je das Auge ward gewahr, Die Dornen schwinden und die finstern Qualen In ihrem Schimmer rein und wunderbar." "Der Ähren Gold, der Purpursaft der Trauben, Sie werden Schatten deiner Frucht nur sein, Denn reifen wirst du dem beglückten Glauben Des ew’gen Lebens Brot, der Liebe Wein." "In deinem Schoße wird die Zukunft sehen Das Heil der Zeit, den Sohn der Ewigkeit: Die Palme werden denn dir zugestehen, Wie freudig! Sommer, Herbst und Frühlingszeit." Edmund Dorer 1831 - 1890 |
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Veröffentlicht am: 02.12.2007 02:24
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Re: Weihnachtssprüche, Gedichte, Verse, Gedanken - zu Weihnachten, Nikolaus, Adventszeit | #13 |
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Guest_Besucher
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Weihnachtslied
In Todesschatten wallte Die Welt so unruhbang; Kein Liebeswort erschallte, Kein Lebenswort erklang. Sie gingen im Gewirre Unfriedlich, kalt und tot, Und in die dunkle Irre Schien, ach! Kein Morgenrot. O Herz, du musst verzagen, Das einsam harrt und bangt, Es will das Licht nicht tragen, Nach dem dich so verlangt! O Herz du musst verzagen, In Sehnsucht untergehn, Es will der Stern nicht schimmern Herab von Himmelshöhn! So klang es in der Stille, So lebt es in der Brust, Da brach durch blaue Hülle Hervor die Himmelslust. Da flammt er ob den Tristen, Des Heilands Morgenstern, Da zeugen’s alle Schriften. Es ist der Glanz des Herrn! Und zu den Himmeln sehen Sie alle froh empor! Und: Ehre in den Höhen! So schallt’s im Engelchor. Der Friede, der verloren, Er wird euch heut zuteil: Der Heiland der Erkoren, Kommt euch zu eurem Heil! August Stöber 1796 - 1865 |
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Veröffentlicht am: 02.12.2007 02:24
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Re: Weihnachtssprüche, Gedichte, Verse, Gedanken - zu Weihnachten, Nikolaus, Adventszeit | #14 |
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Guest_Besucher
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Weihnachtslied
Empor zu Gott mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, Der hohe Freudentag ist da! Lob singet ihm! Halleluja! Vom Himmel kam in dunkler Nacht, Der uns das Lebenslicht gebracht! Nun leuchtet uns ein milder Strahl, Wie Morgenrot im dunklen Tal. Er kam, des Vaters Ebenbild, Vom schlichten Pilgerkleid umhüllt, Und führet uns mit sanfter Hand, Ein treuer Hirt, ins Vaterland. Er, der dort oben herrlich thront, Hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmelreich! Einst führet er zur Himmelsbahn Uns, seine Brüder, auch hinan, Und wandelt unser Pilgerkleid In Sternenglanz und Herrlichkeit. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang, Der hohe Freudentag ist da! Ihr Christen singt: Halleluja! Friedrich Adolph Krummacher 1767 - 1845 |
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Veröffentlicht am: 02.12.2007 02:24
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Re: Weihnachtssprüche, Gedichte, Verse, Gedanken - zu Weihnachten, Nikolaus, Adventszeit | #15 |
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Guest_Besucher
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Weihnachtslied
Des Ewigen und der Sterblichen Sohn Er tut den ersten Schritt ins Heiligtum, Er wir geboren! Bald wird er ins Allerheiligste gehen Zum hohen Kreuz, zur Nacht, zum Blutaltar, Zum Todeshügel! Im Weltgericht geht er wieder heraus. Dann sinkt vor ihm der Vorhang, und enthüllt Was war, und sein wird! Du furchtbarer! Und du weinendes Kind! Was soll ich tun, in dem Gericht zu stehn, Das du dann richtest? Der Ringende nur erkämpfet den Lohn! Eng ist die Pforte! Schmal der hohe Weg Zu deinem Heile! Oh, der in das Allerheiligste ging, Vollender! Gottversöhnender! Führe du Den Weg mich! Friedrich Gottlieb Klopstock 1724 - 1803 |
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Veröffentlicht am: 02.12.2007 02:28
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